- Dokumentation
- Installation und Abonnement
- EvoSpline NC Generator Worms
- Funktionsprinzip: Das Kopierdrehverfahren
- Geommetriedefinition und Berechnungsautomatisierung
- Werkzeugdefinition und Bearbeitungsvorbereitung
- Bearbeitungsstrategie und technologische Parameter
- Schlichtstrategie und Korrekturen
- Mehrgängige Schnecken und der Q-Parameter (Mazak)
- Bearbeitung von Bauteilen ohne Freistiche (Entry/Exit Motion)
- Koordinatensysteme und Bearbeitungssicherheit
- Projektmanagement und NC-Codegenerierung
Werkzeugdefinition und Bearbeitungsvorbereitung
Definition und Vorbereitung des Werkzeugs
Die Wahl des richtigen Werkzeugs ist die halbe Miete. EvoSpline ermöglicht die Verwendung von Standard-Drehwendeplatten. Sie müssen jedoch verstehen, wie das Programm deren Form interpretiert, damit das Ergebnis am Bauteil korrekt ist.
Warum wählen wir im Programm den Werkzeugtyp aus?
Das Programm muss wissen, ob die Schneidkante „radienförmig“ ist (wie bei einer rhombischen Platte) oder eine bestimmte Breite aufweist (wie bei einem Stechdrehmeißel). Davon hängt ab, wie der Algorithmus die Versätze in der Z-Achse berechnet. Dank dieser Berechnungen sind Form und Breite der Schneckennut völlig unabhängig vom gewählten Werkzeug.
1. Typ VBMT / VCMT (Rhombische Wendeplatten)
Dies ist die häufigste Wahl für das Kopierdrehen (Wierszowanie) von Schnecken.
- Das Prinzip: Das Programm geht davon aus, dass das Werkzeug die Form eines Keils mit einer abgerundeten Spitze hat.
- Die Alternative: Anstelle einer originalen VBMT-Platte können Sie jedes andere Werkzeug mit einer ähnlichen Form (z. B. zum Kopierdrehen) verwenden, sofern dessen Spitze eine vollständige, bekannte Eckenverrundung (Tool nose R) aufweist.
- Wichtig: Der Spitzenwinkel des Werkzeugs muss kleiner sein als der Flankenwinkel der Schneckennut, damit die Freiflächen der Wendeplatte nicht am Material reiben.
2. Stechwerkzeuge
Wählen Sie diese Option, wenn Sie ein Werkzeug mit einer flachen Stirnseite und einer bestimmten Breite (Tool width) verwenden.
- Praxistipp (Trapezgewinde-Wendeplatten): Als „Stechwerkzeug“ können Sie erfolgreich eine Wendeplatte für Trapezgewinde einsetzen. Warum? Weil der Flankenwinkel eines Trapezgewindes (14.5° – 15°) kleiner ist als der Standard-Flankenwinkel einer Schnecke (20°). Dadurch passt die Trapezgewinde-Wendeplatte frei in die Nut, und das Programm steuert sie so, dass die fehlenden Grade präzise ausgearbeitet werden.
Der Schlüssel zum Erfolg: Die Werkzeugneigung (Lead Angle)
Dies jest der häufigste Fehler bei der Maschineneinstellung. Eine Schnecke ist in Wirklichkeit ein sehr „schnelles“ Gewinde. Wenn Sie den Meißel rechtwinklig zum Bauteil einstellen, reibt seine Seitenwand an der Helix der Schnecke, was die Oberfläche zerstört oder die Wendeplatte brechen lässt.
- Ergebnis ablesen: Schauen Sie im Programm auf das Feld Angle of the worm thread. Dies ist der Winkel, unter dem die Helixlinie Ihrer Schnecke geneigt ist.
- Halter neigen: Sie müssen den Werkzeughalter physisch um genau diesen Wert drehen. Hierzu werden spezielle verstellbare Halter oder Winkelunterlagen verwendet.
- Anschauliche Regel: Das Werkzeug muss „in Richtung“ des Gewindes ausgerichtet sein und nicht quer dazu.
